Monate: April 2016

Im Garten

Wir sind in den Garten gefahren. Puppa zieht gleich los, sie will sich alles ansehen, sie ist ja noch nicht oft hier gewesen.

„Puppa? Puppa! Wo bist Du, es ist doch viel zu kalt hier, Du hast doch nur eine dünne Bluse an! Ach, da bist Du! Komm‘ zieh schnell Deine Weste an!“

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„Puppa? Wo bist Du denn jetzt schon….? Ah, dort auf der Blumenwiese. Komm‘ Kind, schlüpf in Deine neue Weste – ja, es ist sonnig. Aber trotzdem kalt….!“

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„Passt!“

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Und weiter turnt die Puppa durch den Garten.

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„Was das für gelbe Blüten sind möchtest Du wissen? Auweia, ich fürchte, ich habe keine Ahnung…“

 

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„Aber schön sind sie. Und gelb. Schön gelb.“

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„Ach, könnten wir doch jeden Tag in den Garten fahren….!“

 

 

PUPPA

Geschafft – PUPPA ist fertig! Im Folgenden gebe ich Euch ein paar Einblicke in den Fertigungsprozess:

Als ich mich – schon vor rund zwei Jahren – entschieden habe, meinen alten Namen Pelles Puppenstube hinter mir zu lassen und statt dessen meiner kleinen Puppenmacherei den Namen PUPPA BERLIN zu geben, wusste ich gleich, dass es unbedingt auch eine Puppe PUPPA geben muss. Puppa, mit deren Unterstützung ich auf meinem Blog Geschichten erzählen möchte über meine Puppenmacherei. Über Berlin. Übers Kochen und Backen. Und übers Handarbeiten im Allgemeinen. Über Reisen. Über das Leben. Über alles, was ich mag eben.

Viele Gedanken habe ich mir darüber gemacht, wie Puppe aussehen und was sie alles können soll: zuerst dachte ich allen Ernstes daran, ihr eine Art Skelett angedeihen zu lassen, damit sie auf Fotos wie aus dem Ei gepellt stehen und dabei eine Tasse oder etwas in der Art festhalten kann.

In der Praxis zeigte sich schnell, dass das keine gute Idee war: zu steifgliedrig ihr Körper, zu unsympathisch (aus meiner Sicht) das starre Plastik-Material.

Dann dachte ich daran, eine Art Drahtkörper anzufertigen, mit Schafwolle zu umwickeln und schließlich mit Trikotstoff zu beziehen, ähnlich der Technik bei Biegepüppchen. Aber auch dieser PUPPA-Körper überzeugte mich nicht: Am Ende müssen meine Puppen doch in erster Linie weich und warm und anschmiegsam sein…

Letzte Woche habe ich dann einfach angefangen, PUPPA zu nähen. Ohne Skelett. Und ohne Draht.

Da wir eine große Familie sind, ist mein Zeitbudget für meine Puppenmacherei sehr begrenzt, und von diesem Budget konnte ich für das Anfertigen von PUPPA nur etwa anderthalb Stunden meines Arbeitstages abzweigen. Und so ist PUPPA nach und nach in den letzten Tagen entstanden:

Dienstag, 12. April: Ich beginne so , wie ich immer mit meinen Puppen beginne: aus diesen wenigen Materialien – Schafwolle, Schlauchgewebe, Abbindegarn – forme ich PUPPAs Kopf.

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Anschließend beziehe den Kopf mit Trikotstoff. 

Pausbäckig soll sie sein, die kleine PUPPA, und ein sanftes Lächeln auf den Lippen tragen. Und so blickte mir am Dienstag Mittag dieses kleine Lächeln entgegen.

 

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Mittwoch, 13. April: Auch beim Anfertigen von Puppas Körper konzentriere ich mich dann doch wieder ausschließlich auf meine altbewährten Materialien: hochwertiges Schweizer Puppentrikot, feine, fluffige Schafwolle und etwas Mineralgranulat. Sonst nichts.

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Ausnahmsweise verwende ich in PUPPAS Fall auch einen kleinen Anteil Mineralgranulat zur Füllung von Armen und Beinen, wodurch ihre Gliedmaßen besonders lebendig wirken. Normalerweise befülle ich die Puppenarme und -beine ausschließlich mit Schafwolle, da schafwollene Puppenkinder viel wärmender und anschmiegsamer im Arm der Puppeneltern liegen.

 

Donnerstag, 14. April: Ich füge alle Körperteile zusammen, verbinde Kopf und Rumpf: PUPPA ist soweit fertig!

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Sonntag, 17. April: Ich kann Zeit zum Häkeln von PUPPAS Haar abzweigen, juhuuu! Da das kupferfarbene Mohair-Garn von dollymo seit Monaten mein absoluter Favorit ist, musste ich auch PUPPAS Haar in dieser wunderbaren Farbe anfertigen: und so entsteht am Sonntag, am See sitzend, PUPPAs flauschig-kupfriges Haar.

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Montag, 18. April: Ohren müssen her! Ich weiß nicht warum, doch mir ist klar, dass PUPPA Ohren braucht. Normaler Weise haben meine Puppen keine Ohren. Erst einmal habe ich ein Puppenkind mit kleinen Ohren genäht – einen kleinen Pumuckl mit flammend rotem Haar (diesen hat mein Jüngster mittlerweile sehr ins Herz geschlossen und in „Pungel-Pungel“ umbenannt).

Und so bekommt PUPPA am Montag Ohren.

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Dienstag, 19. April: PUPPA kommt wieder mit an den See, dort erhält sie den letzten Feinschliff, d.h., ich nähe ihre Perücke an und gestalte ihre Frisur. Wieder kommt am Ende meine derzeitige Lieblingsfrisur heraus – ich kann es nicht ändern: kleine, fluffige Schnecken rechts und links.

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Mittwoch, 20. April: Nun liegt PUPPA hier in einem Körbchen unter meiner Strickjacke und wartet auf ihre Kleidung. Ich weiß schon, wie diese aussehen soll. Jetzt muss ich nur noch die Zeit finden, sie auch anzufertigen.

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Dann richte ich PUPPA eine kleine Ecke hier in meinem Nähzimmer ein. Das wird fein! Ihr Bett steht schon bereit, Matratze und Kissen sind in Arbeit…

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Die Zeit ist reif für… PUPPA!

Es ist ein bisschen verhext: Vor gefühlten 100 Jahren (na gut, letzten November) wollte ich damit beginnen, das Puppenkind PUPPA für mein Label PUPPA BERLIN zu nähen.

Doch plötzlich gab es erst diese, dann jene und dann auf jeden Fall noch jene zwei, drei, viele Puppenkinder, die zuerst genäht werden wollten.

Ja, ich muss zugeben, zwischendurch habe ich in all dem Trubel manchmal ganz vergessen, dass da doch noch die kleine PUPPA ist, die ja bisher nur in meinem Kopf existiert, und die darauf wartet, endlich Gestalt anzunehmen.

Und eben kam ich von einem besonders schönen Treffen mit wunderbaren Weggefährtinnen nach Hause und plötzlich war mir klar: heute ist der Tag! Jetzt ist die Zeit reif – reif dafür, endlich mit den Arbeiten an meiner kleinen PUPPA zu beginnen. Wie bei allen meinen Puppenkindern, fertige ich zunächst den Kopf. Daher braucht es für den Anfang nicht mehr als diese wenigen Zutaten – und am Ende wird eine lebendig anmutende kleine Puppenperson entstanden sein – immer wieder begeistert und fasziniert mich diese Tatsache.

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Wünscht mir Glück, dass nicht wieder andere Puppenkinder laut dazwischen rufen und sich erfolgreich vordrängeln….

Ein Bübchen für’s Büro…

Im Laufe der letzten zehn Jahre habe ich allen Menschen in meiner Umgebung, die mir am Herzen liegen, eine Puppe genäht. Allen, bis auf einem: Meinem Mann.

Traurig, aber wahr. Und so habe ich mich kürzlich daran gemacht und meinem Mann mit viel Liebe einen kleinen Puppenjungen genäht.

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Dieser Kleine sollte alle möglichen Details in sich vereinen, die an unsere vier Söhne erinnern: Er trägt ein Hemdchen, gefertigt aus einem Wolle-Seide-Hemdchen unserer Kinder. 

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Seine Hose und seine kleine Mütze habe habe ich in Anlehnung an Kleidungsstücke, die ich für unsere Jungs seinerzeit gehäkelt habe und die sie viel getragen haben, angefertigt.

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Blond musste der Kleine sein – und sein liebstes Spielzeug bei sich tragen….

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Und so konnte mit dem kleinen Knirpschen ein Stück Familie in das Büro meines Mannes Einzug halten.

PS: Besser spät als nie!