Der Puppenkopf - "Angstgegner" beim Puppennähen!? Meine 5 goldenen Regeln
Vorweg, denn ich sag's immer wieder gern - eine Puppe zu nähen, ist kein Hexenwerk - Puppennähen ist magisch, aber keine Hexerei:
Weder benötigst du auschweifend viele verschiedene Materialien noch abwegige Werkzeuge. Die klassische Waldorfpuppe besteht aus wenigen, einfachen (aber hochwertigen) Materialien, auch die Arbeitsschritte sind überschaubar und klar. Doch eines würde ich dir unbedingt ans Herz legen: nimm' dir Zeit für das Anfertigen des Kopfes, denn in Eile kann kein schöner Kopf entstehen...

Schon oft habe ich gehört, dass viele großen Respekt vor dem Anfertigen des Puppenkopfes haben (mehr, als vor der Herstellung des Körpers).
Ich kann`s verstehen, denn mir ging es zu Beginn ganz genau so. Deswegen habe ich ein paar "Regeln" für mich aufgestellt, die ich auch in meinen digitalen Puppenkursen beherzige und die ich hier mit dir teilen möchte:

1. Beim Puppennähen gilt für mich: Der Kopf wird zuerst hergestellt, immer. Denn: Ja, der Kopf ist komplexer als der Körper und deswegen ist es zum einen sinnvoll, zuerst diese Aufgabe zu bewältigen. Zum anderen ist es unglaublich motivierend, für einen schönen Puppenkopf, den du verliebt anschauen kannst, den passenden Körper anzufertigen!

2. Der Kopf (und der Hals) müssen stabil sein! Wie bekomme ich das hin? Ganz einfach, indem ich die Wolle, die ich für den Kopf benötige, vorher auswiege! Außerdem benutze ich nur langfaserige Wolle im Band, da diese sich sehr gut modellieren lässt. Mir ist zudem wichtig, dass Puppen einen Hals haben, da sie dann natürlicher aussehen, weniger gedrungen (ist aber natürlich Geschmacksache!) und auch das zeige ich dir Schritt für Schritt in meinen Kursen.

3. Apropos Stabilität: Hochwertige Materialien sind hier entscheidend! Nichts ist schlimmer, als ein Abbindefaden, der beim Abbinden des Kopfes reißt oder ein Trikotstoff, der Laufmaschen bekommt!
Im Zweifel kannst du die Haare aus einem günstigen Garn anfertigen und die Puppenkleider aus ausgemusterter Kinderkleidung nähen - aber bei Wolle, Trikotstoff sie Abbinde- und Nähgarn muss gute Qualität oberste Priorität sein. Ich kaufe mein Material ausschließlich hier. Wenn du nicht alles einzeln zusammensuchen möchtest, findest du in meinem Shop DIY Boxen und Material-Kits.

4. Im Zweifel: Noch einmal von vorn! Ja, eine unpopuläre Regel, ich weiß, aber: Es lohnt sich! Du bist im ersten Anlauf nicht zufrieden mit deinem Puppenkopf? Dann wiederhole die entscheidenden Arbeitsschritte noch einmal! Du kannst das Abbinden des Kopfes (die "Augenlinie") mehrmals vornehmen, bis du zufrieden bist, z.B. damit, wie rund und symmetrisch die Bäckchen sind. An anderen Stellen beim Puppennähen kannst du bei Bedarf ein bisschen schummeln und improvisieren - aber beim Kopf würde ich mir wirklich Zeit lassen!

5. Gesicht aufsticken - noch einmal gilt: Zeit lassen! Beim Gesicht geht es meiner Meinung nach nicht um Perfektion, aber es geht um Symmetrie!
Markiere dir vor dem Aufsticken zunächst die Punkte für Augen und Mund mit Stecknadeln - auch hier kannst du in aller Ruhe erst einmal ausprobieren, nachmessen, korrigieren.

In meinen Puppenkursen zeige ich dir, wie du nicht nur einen sehr festen und stabilen Kopf und Hals herstellst, sondern auch, durch welche Technik die Augen besonders langlebig (sprich: nicht im Laufe der Jahre verrutschend) aufgestickt werden.
Hierzu sind eine lange Puppennadel sowie Stopf- und Stickgarn (aus Baumwolle) notwendig.
Auch die genauen Abstände zwischen den Augen sowie zwischen Augen und Mund erläutere ich in meinen Kursen, denn mit diesen wenigen "Zutaten" kannst du ganz verschiedene Gesichtsausdrücke erzeugen: Ängstliche, fragende, lachende....

Falls dir bei deinem ersten Puppenkind das Aufsticken "wacher" Augen zu herausfordernd erscheint, dann könntest du stattdessenl ein Gesicht mit schlafenden Augen kreieren....

... denn hier reichen schon insgesamt sechs Stiche aus, um die Augen aufzusticken:

Oder zwölf, wenn du auch noch Wimpern haben möchtest (genaue Stickvorlagen dafür findest du in diesem und jenem Kurs):

Zum Abschluss möchte ich dir Mut machen: Probiere es einfach aus! Wenn du noch gar keine Erfahrung hast, dann würde ich erst einmal das Nähen einer kleinen Puppe empfehlen, wie HAPPY oder PUPPAS LIEBLING. Aber ich habe auch Kundinnen, die direkt mit einer großen Puppe (wie dem Puppenschatz) gestartet sind und auch das hat gut geklappt! Meiner Erfahrung nach ist Begeisterung für dein Puppen-Projekt die beste Voraussetzung für ein gutes Gelingen - und eben nicht, ob du schon seit Jahrzehnten handarbeitest! Viel Vergnügen beim magischen Puppennähen!

Bereit für deinen eigenen Puppenkopf?
Mach‘ dir nicht zu viele Gedanken im Vorfeld – mit der richtigen Anleitung schaffst du das!
Wenn du jetzt tiefer einsteigen möchtest, wirst du bei meinen digitalen Puppenkursen fündig. Dort begleite ich dich auf Schritt und Tritt durch dein Puppen-Projekt und zeige dir meine Kniffe für wunderschöne, langlebige Puppenkinder, genäht in deinem eigenen Tempo.